Information für PraktikantInnen,
Bufdis und FSJlerInnen

Was ist die "Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Franziskus e.V." ?

  • Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Franziskus e.V. ist eine Einrichtung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, zusammen mit erwachsenen Menschen mit Behinderung zu leben und zu arbeiten, um ihnen in einer stark leistungsorientierten Welt Hilfe, Schutz und Geborgenheit zu vermitteln.
  • So wird die Grundlage für diese Menschen, persönliche Möglichkeiten und Fähigkeiten zu entfalten, gebildet und sie in die überschaubare soziale Gemeinschaft und deren Leben in Arbeit und Freizeit einzubringen.
  • Grundlage unserer Bemühungen ist das christliche aber konfessionell nicht gebundene Welt- und Menschenbild Rudolf Steiners (1861 - 1925). Er ist der Begründer der Anthroposophie, der den Seelenpflege-Bedürftigen, d.h. Menschen mit Behinderung in seinen besonderen leiblichen, seelischen und geistigen Bedürfnissen, Anlagen und Fähigkeiten so differenziert beschreibt, dass die MitarbeiterInnen die Möglichkeit haben, konkret auf diese Bedürfnisse, Anlagen und Fähigkeiten einzugehen und das gemeinsame Leben entsprechend zu gestalten. Ein zentraler Grundsatz unserer Arbeit ist die Auffassung, dass der geistige Wesenskern des Menschen nicht erkranken, sondern nur in seiner Wirksamkeit "behindert" werden kann durch den physischen Leib, welcher den Naturgesetzen unterliegt und die Möglichkeit von Krankheit/Behinderung in sich trägt. Die Seele des Menschen ist das Bindeglied zwischen dem geistigen und dem physischen Anteil der Menschenwesenheit. Ziel unserer sozialtherapeutischen Bemühungen ist es, sowohl auf die Seele als auch auf den physischen Leib heilsam einzuwirken, um die freie Entfaltung der menschlichen Gesamtpersönlichkeit anzulegen.
  • Wie wird das gemeinsame Leben gestaltet?

  • Jedes moderne Leben, also auch das unserer Betreuten, gliedert sich in Lebens- (Wohnen, Freizeit, etc.) und Arbeitsbereich.
  • Den Wohngruppen- und Lebensbereich, d.h. den Morgen, den späten Nachmittag bis Abend (ca. 7.00 - 9.15 Uhr und 16.15 - ca. 21.15 Uhr) und das Wochenende verbringen die Betreuten mit den HausmitarbeiterInnen. Im Mittelpunkt dieser Zeit steht neben den gemeinsamen Mahlzeiten und haushälterischen Tätigkeiten die Gestaltung der individuellen Freizeit und des gemeinsamen kulturellen Lebens. Hier ist Raum für individuelle Gestaltung, die von den MitarbeiterInnen mal aufgegriffen, mal angeregt werden muss. "Was machen wir heute Abend? Theater, Konzert oder Kino? Oder wollen wir nicht gemeinsam etwas singen? Oder möchte heute nicht jeder etwas für sich machen? Nein, heute ist Dienstag, da hatten wir uns vorgenommen, gemeinsam joggen zu gehen, also ...".
  • Wir wollen diese Zeit abwechselnd zwischen gemeinsamen Unternehmungen und individuellen Beschäftigungen gestalten, so dass sowohl Individuum als auch Gemeinschaft zu ihrem Recht kommen. Dabei ist uns ein "bestimmtes kulturelles Niveau" wichtig, das "geistig anregend" wirkt. Also nicht nur fernsehen, sondern heute "Spiele-Abend", morgen etwas lesen, übermorgen Theater oder Kino.
  • Genauso wichtig wie die spontanen individuellen Wünsche sind rhythmisch sich wiederholende Tätigkeiten. Manche Dinge brauchen ihren festen Platz im Tages-, Wochen-, Monats-, und Jahreslauf: Das Gebet oder ein Lied vor den Mahlzeiten, ein wöchentlicher Bibelabend, das Erüben eines Instrumentes oder Theaterstückes oder die Verrichtungen im Haushalt. Hier sind Absprachen und Zuständigkeiten nötig, Verbindlichkeiten müssen eingegangen werden. Diese sind es, die den Betreuten Sicherheit, Schutz und Geborgenheit vermitteln und die Gemeinschaft zusammenführt und zusammenhält. Diese rhythmische Wiederholung ist ein wichtiger therapeutischer Bestandteil des alltäglichen Lebens und Grundlage für die "seelische Hygiene" in unserer Einrichtung.
  • Die Arbeit findet unter fachlicher Anleitung in Werkstätten für den Bereich Holzverarbeitung, Textilbearbeitung, Garten und in den Wohnhäusern für den Bereich Hauswirtschaft statt (ca. 8.30 - 16.30 Uhr). In dieser Zeit sind die MitarbeiterInnen der einzelnen Arbeitsbereiche auch für Mittagessen und Pausen mit den Betreuten zuständig. Hier stehen nicht so sehr die individuellen Bedürfnisse der Betreuten, wie in der Freizeitgestaltung im Vordergrund, sondern die Bedürfnisse der Gemeinschaft im weitesten Sinne: Ein Produkt wird nach Kriterien beurteilt, die derjenige anlegt, der es benutzt. Nicht die Bedürfnisse des "Herstellers" sondern die des "Verbrauchers" gilt es zu befriedigen. Hier kommt es darauf an, sich fähig zu machen, die Bedürfnisse des anderen Menschen zu befriedigen. Hier kommt es auch durch die persönliche Leistung in ganz besonderer Weise zu einem Übungsfeld für die Betreuten, der für das Selbstwertgefühl und die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens von großer Bedeutung ist. In einem geschützten, überschaubaren Arbeitsbereich bietet sich für unsere Betreuten die Möglichkeit, ohne überhöhte Leistungsanforderungen und Termindruck, einen Beitrag für andere zu leisten; sei es im Hauswirtschaftsbereich durch Essenszubereitung und "Wäschemachen" für die Hausgemeinschaft oder im Werkstattbereich durch Herstellung von Gebrauchsgegenständen, die verkauft werden oder für den Eigenbedarf von Franziskus e. V. benötigt werden.
  • Was wird von mir erwartet als PraktikantIn, Bufdi oder FSJlerIn ?

  • Offenheit, Interesse und Lernbereitschaft: Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen und neuen Sichtweisen. Interesse an der Arbeit mit unseren Betreuten in Deinem jeweiligen Arbeitsbereich (Werkstatt / Hauswirtschaft / Freizeitbetreuung) und die Bereitschaft, sich Fähigkeiten anzueignen, die für das jeweilige Tätigkeitsfeld mit den Betreuten wichtig sind. Dabei bist Du kommunikativ und verbindlich, physisch und psychisch gesund und frei von der Einnahme bewusstseinsverändernder Drogen.
  • Was kannst Du von uns erwarten ?

  • Auf jeden Fall einmal dasselbe, was wir von Dir erwarten. Außerdem: Anleitung, Begleitung und Unterstützung in Deinem jeweiligen Arbeitsbereich von qualifizierten MitarbeiterInnen und Möglichkeiten, sich vielfältig am gemeinsamen Leben zu engagieren. Es gibt außerdem jede Woche eine "PraktikantInnenstunde", die gedanklich und künstlerisch-praktisch das Leben und Arbeiten in unserer Einrichtung aufgreift bzw. vertieft und in der eine inhaltliche Auseinandersetzung mit allen Fragen stattfindet, die das Leben und Arbeiten von "Franziskus e. V." im engeren und auch weiteren Sinne betreffen.
  • Noch Fragen ?

  • Sicherlich sind viele Fragen offengeblieben und Du hast den Wunsch nach einem persönlichen Gespräch - dann melde Dich doch bitte bei: Christopher von Bar,
  • Tel.: 040 - 870 870-0, Fax: 040-870 870-11 oder












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